Klartext: Psoriasis-Perspektiven    

Ich bin mit den Folgen meiner Schuppenflechte nicht immer gut klargekommen. Meine Teenagerjahre waren beispielweise besonders hart: Ständig war die Krankheit präsent und ich spürte, dass ich anders war als die anderen Kinder meiner Klasse. Als ich älter wurde, lernte ich dann für mich, dass ich mich für meine Erkrankung nicht schämen muss, sondern versuchen sollte, sie zu akzeptieren. Ich wollte mein Leben nicht mehr von meiner Psoriasis bestimmen lassen! Klingt einfach, oder? Ich würde auch lügen, wenn ich behaupten würde, dass es leicht ist, die richtigen Bewältigungsstrategien zu finden. Es ist ein harter Weg, aber einer, den ich wieder gehen würde, um dahin zu kommen, wo ich heute bin.

Am Anfang hieß Bewältigung Zähne zusammenbeißen. Psoriasis ist unvorhersehbar. Das heißt, was an einem Tag funktioniert, funktioniert vielleicht am nächsten nicht mehr – und das kann für viel Frust sorgen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich verzweifelt verschiedene Übergangslösungen ausprobierte, in der Hoffnung, dass meine Schübe schnell vorübergehen würden. Heute verstehe ich meine Hauterkrankung viel besser. Deshalb bin ich bei Schüben entspannter und nehme mir genügend Zeit, um mich auszuruhen und bleibe geduldig.

Im Lauf der Jahre, in denen ich nach Möglichkeiten gesucht habe, mit meiner Psoriasis klarzukommen, habe ich mir einige Tricks angeeignet, die mir bei einem Schub helfen. Hier einige Tipps für Sie:

  • Recherchieren Sie und stellen Sie Fragen: Vieles rund um die Erkrankung wird man Ihnen vielleicht nicht erklären. Daher kann es manchmal schwer sein, einen Zusammenhang zwischen der Ihnen beschriebenen Symptomatik und den eigenen Erfahrungen herzustellen. Sprechen sie offen mit Ihrem Dermatologen und bitten Sie um genauere Erläuterungen zu den weitreichenden Auswirkungen der Psoriasis, lesen Sie Erfahrungsberichte und recherchieren Sie selbst auf vertrauenswürdigen Websites bspw. von Patientenorganisationen.
  • Kennen Sie Ihre persönlichen Trigger: Nehmen Sie sich Zeit, um ganzheitlich in Ihren Körper hineinzuhören. Beobachten Sie, wie Alltag, Schlaf, Ernährung, Wetter und Hormone die Erkrankung beeinflussen können. Konzentrieren Sie sich jeweils auf einen bestimmten Bereich und notieren Sie Ihre Beobachtungen in einem Tagebuch. Vielleicht stellen Sie fest, dass schon kleine, einfache Veränderungen einen spürbaren Unterschied in Ihrem Leben ausmachen.
  • Knüpfen Sie ein Unterstützernetzwerk: Treten Sie mit anderen Betroffenen in Kontakt. Es kann eine große Hilfestellung bei der Bewältigung der täglichen Folgen der Psoriasis sein, mit Leuten zu reden, die einfach wissen, von was sie sprechen. Trauen Sie sich ruhig - es gibt einige tolle Psoriasis-Online-Communities wie bspw. Farbenhaut, die Sie mit offenen Armen begrüßen werden!
  • Machen Sie es sich nicht selbst schwer: Dass ich Psoriasis habe, habe ich mir lange selbst vorgeworfen und mir die Schuld daran gegeben. Ich empfand durchgehend Stress. Am Ende habe ich dadurch eine sehr negative Gedankenspirale ausgelöst. Seitdem ich diesen Druck abgeschüttelt und mich auf meine Erkrankung eingelassen habe, kann ich mir selbst Achtsamkeit und das Verständnis entgegenbringen, das ich benötige.

Wenn Sie gerade mitten in einem Schub stecken, kann es sein, dass Sie das brennende Hitzegefühl auf der Haut völlig einnimmt. Die Haut wird immer röter und gereizter und ist dadurch noch schwieriger zu verbergen als sonst. Es ist unmöglich, eine bequeme Position zu finden, weil jegliche Berührung mit Kleidung schmerzt. Es ist wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, dass dieser Zustand nicht ewig andauert. Schalten Sie ein paar Gänge runter, nehmen Sie ein Salzbad, achten Sie auf gute Ernährung und guten Schlaf und geben Sie Ihrem Körper die Zeit, die er zur Heilung braucht. Sich auf den Schub einzulassen ist viel leichter als gegen ihn anzuarbeiten. Geben Sie nicht auf und nehmen Sie sich die Zeit, um herauszufinden, wie Sie Ihre Schübe am besten bewältigen können.

 

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