Kennen Sie Ihre Möglichkeiten

Informieren Sie sich über Schuppenflechte und die Behandlungsmöglichkeiten. Überlegen Sie sich, was Ihr persönliches Therapieziel ist und bereiten Sie sich gut auf das Gespräch mit Ihrem Hautarzt vor. Gemeinsam können Sie die für Sie optimale Behandlung finden.

Gesprächsleitfaden

1 — INFORMIREN

Neues entdecken

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung und derzeit nicht heilbar. Wie sich Psoriasis im Verlauf entwickelt, lässt sich nicht vorhersehen. In der Regel ist eine anhaltende Behandlung notwendig, um die Schuppenflechte langfristig zu kontrollieren. Gemeinsam mit Ihrem Hautarzt können Sie die für Sie optimale Therapie finden.

Dank moderner Therapien ist es heute möglich, viel höhere Ziele zu stecken, als noch vor einigen Jahren. Bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte kann es sogar gelingen, nahezu oder vollständig erscheinungsfreie Haut zu erreichen. In den aktuellen Behandlungsleitlinien wird eine Verbesserung der Hauterscheinungen um mindestens 75% als Therapieziel genannt. Eine moderne Therapie kann heute sicher, langanhaltend und einfach in der Anwendung sein.

Was würde erscheinungsfreie Haut für Sie bedeuten?

Die Wahl der Therapie ist immer individuell. Sie richtet sich nach dem Schweregrad der Schuppenflechte, aber auch nach Ihren persönlichen Bedürfnissen. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihrem Hautarzt mitteilen, was Sie von der Behandlung erwarten und was für Sie wichtig ist. Um das herauszufinden, können Sie sich bewusst machen, was sich ändern würde, wenn Ihre Haut erscheinungsfrei wäre.

Dabei können körperliche, aber auch psychische oder soziale Aspekte eine Rolle spielen:

  • Endlich kein Juckreiz oder keine Schmerzen mehr, nachts gut schlafen
  • Keine Beeinträchtigung der Partnerschaft oder des Sexuallebens
  • Keine Einschränkungen im Beruf, in der Ausbildung, Schule oder bei Erledigungen im Haushalt
  • Unbeschwerter Umgang mit anderen Menschen, Freundschaften pflegen oder frei in der Freizeitgestaltung sein
  • Keine Schamgefühle oder Hemmungen durch die Plaques, sich nicht traurig oder niedergeschlagen fühlen
  • Freie Wahl bei der Kleidung, etwa bei Badesachen

Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt über Ihre persönlichen Therapieziele. Denken Sie daran, diese können sich im Laufe der Zeit ändern. Vielleicht lässt sich mehr erreichen, als Sie bisher dachten.

Wie schwer ist meine Psoriasis?

Der Schweregrad der Schuppenflechte wird in leicht und mittelschwer bis schwer eingeteilt. Beurteilt werden für die Schwere sowohl die körperlichen Beschwerden, zum Beispiel das Ausmaß der Plaques, als auch die Belastungen und Einschränkungen durch die Erkrankung. Sogenannte Scores, Punktwerte, können Ihrem Hautarzt bei der Beurteilung helfen. Dazu gehören der PASI, der BSA und der DLQI. Sie bewerten jeweils unterschiedliche Merkmale der Psoriasis.

Der Schweregrad ist ein Aspekt, der für die Wahl der Behandlung herangezogen wird. Wenn Sie den Schweregrad Ihrer Schuppenflechte nicht kennen, sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt.

Erfahren Sie mehr über Psoriasis-Scores:

PASI (Psoriasis Area Severity Index)

Der PASI emittelt die Stärke und Ausdehnung der Hautveränderungen. Dafür wird der Anteil der betroffenen Köperoberfläche und die Stärke der Rötung, Schuppung und Verdickung der Haut beurteilt.

Der PASI kann einen Wert von 0 (keine Symptome) bis 72 haben. Bei einem PASI ab 10 handelt es sich um eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte. 

BSA (Body Surface Area)

Der BSA misst das Ausmaß der betroffenen Körperoberfläche in Prozent. Eine Handfläche entspricht etwa 1% der Körperoberfläche. Ab einem BSA von 10% ist die Schuppenflechte mittelschwer bis schwer.

DLQI (Dermatology Life Quality Index)

Der DLQI ermittelt nicht die körperlichen, sondern die psychosozialen Folgen der Schuppenflechte: Die Einschränkung der Lebensqualität. Darüber geben 10 Fragen aus unterschiedlichen Lebensbereichen, z. B. Arbeit, Freizeit oder Partnerschaft, Aufschluss. Der DLQI kann einen Wert von 0 (keine Einschränkungen) bis 30 haben.

Welche Behandlung passt zu mir?

Bei der Wahl der Therapie kommt es darauf an, welche Behandlung zu Ihnen persönlich passt und darauf, ob Ihr Therapieziel damit erreicht werden kann. Gemeinsam mit Ihrem Hautarzt können Sie den für Sie optimalen Behandlungsweg finden.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie schwer Ihre Erkrankung ist, welche Behandlungen Sie womöglich schon vergeblich probiert haben und welche Therapie sich mit Ihrer Lebensweise am besten vereinbaren lässt.

Leichte Formen der Schuppenflechte werden in der Regel äußerlich (topisch) zum Beispiel mit Cremes, Salben oder Lichttherapie behandelt.

Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kommen Medikamente, die innerlich angewendet werden, zum Einsatz.

Äußerliche Therapie

Was ist das?

Bei der äußerlichen (topischen) Behandlung werden Cremes, Salben, Gele, Lotionen oder Sprays auf die von Psoriasis betroffene Haut aufgetragen. Unabhängig von der Schwere und Therapie der Schuppenflechte ist zudem eine gründliche Hautpflege fester Bestandteil der Behandlung (Basistherapie).

Wie wirken äußerliche Therapien?

Die meisten Wirkstoffe in äußerlichen Therapien hemmen die beschleunigte Zellvermehrung der Schuppenflechte sowie die Entzündung. Sie wirken in dem Bereich der Haut, auf den sie aufgetragen werden. Darüber hinaus gibt es Wirkstoffe, die schuppenlösend sind und solche, die den Juckreiz lindern können.

Wenn eine äußerliche Therapie für Sie infrage kommt, sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt über die für Sie passende Behandlung.

Lichttherapie

Was ist das?

Bei der Lichttherapie (Fototherapie) wird die Haut mit mit ultravioletter Strahlung behandelt. Genutzt wird Licht mit unterschiedlicher Wellenlänge (UV-A oder UV-B). Die meisten Formen der Lichttherapie können nur in der Klinik oder Arztpraxis durchgeführt werden.

Wie wirkt die Lichttherapie? 

Die Lichttherapie hat einen physikalischen Effekt auf die Haut und wirkt entzündungshemmend. Sie wird insbesondere bei großflächiger Erkrankung angewendet.

Bei der Fotochemotherapie (PUVA) wird UVA-Licht mit einem Wirkstoff kombiniert, der die Lichtempfindlichkeit erhöht. Er wird als Tablette, als Bad oder Creme verabreicht.

Für die langfristige Anwendung eignet sich die Lichttherapie nicht.

Natürliche Sonneneinstrahlung kann ebenfalls einen positiven Effekt auf die Psoriasis haben. Die Nutzung von Solarien ist wegen des Hautkrebsrisikos nicht empfehlenswert.

Bei der innerlichen (systemischen) Therapie der Schuppenflechte werden Medikamente in Form von Tabletten oder Injektionen verabreicht. Die innerliche Behandlung wird bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis angewendet. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.

Bei den systemischen Therapien wird zwischen der konventionellen innerlichen Behandlung und Biologika unterschieden.

Konventionelle innerliche Therapie

Was ist das?

Zur konventionellen innerlichen Therapie zählen Medikamente, die das Immunsystem und damit die Entzündung der Schuppenflechte beeinflussen.

Wie wirkt die konventionelle innerliche Therapie? 

Die verschiedenen Medikamente dieser Gruppe haben unterschiedliche Wirkprinzipien. Immunsuppressiva zum Beispiel unterdrücken das Immunsystem und wirken dadurch entzündungshemmend. Fumarsäure-Präparate beeinflussen bestimmte Stoffe im körpereigenen Abwehrsystem. Die sogenannten Small molecules (kleinen Moleküle) hemmen bestimmte Enzyme in Zellen und beeinflussen so die Entzündung.

Biologika

Was ist dat?

Biologika sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in das Immunsystem eingreifen.

Wie wirken Biologika? 

Biologika blockieren entzündungsfördernde Botenstoffe, die eine entscheidende Rolle bei der Schuppenflechte spielen. Es gibt verschiedene Biologika, die die auf unterschiedliche Botenstoffe zielen, z. B. Interleukin-23 (IL-23), Interleukin 17 (IL-17) oder TNF. Durch die Blockade wird der Entzündungsprozess unterbrochen und damit die beschleunigte Zellvermehrung. Die Entzündung kann anhaltend abklingen. Im Idealfall kann die Behandlung zu erscheinungsfreier Haut führen.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Schuppenflechte haben sich in den letzten Jahren entscheidend erweitert. Das bedeutet, dass jeder Mensch mit Schuppenflechte mehr Möglichkeiten hat, die passende Therapie zu finden und in vielen Fällen auch mehr erreichen kann, als zunächst gedacht. Nicht immer gelingt es auf Anhieb, die passende Therapie zu finden. Deswegen ist es wichtig, nicht aufzugeben und womöglich auch die eigenen Behandlungsziele zu überdenken.

Kennen Sie Ihre Möglichkeiten? 

Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt darüber, welche Behandlungsmöglichkeiten Sie haben und was mit Ihrer Therapie erreicht werden kann. Der interaktive Gesprächsleitfaden unterstützt Sie beim Arztgespräch.

Gesprächsleitfaden

2 — VORBEREITEN

Tipps vom Hautarzt

Wir haben Hautärzte gefragt, welche Informationen von Ihren Patienten für sie wichtig sind, um die Schuppenflechte besser einschätzen zu können und eine Behandlung zu empfehlen:

Tipps fürs Arztgespräch

Wenn Sie gut vorbereitet in das Gespräch mit Ihrem Hautarzt gehen, können Sie dafür sorgen, dass Sie alle wichtigen Themen besprechen und keine Fragen vergessen. Lesen Sie die Tipps zum Arztgespräch:
Vor dem Arztgespräch
  • Notieren Sie Ihre Fragen. For Schreiben Sie sich vor dem Arztbesuch auf, welche Fragen Sie zu Ihrer Schuppenflechte und der Therapie haben. Auf diese Weise geht kein Thema verloren, das Sie ansprechen möchten.
  • Dokumentieren Sie Ihren Erkankungsverlauf. Wenn Sie für sich selbst, aber auch für den nächsten Arztbesuch festhalten möchten, wie Ihre Psoriasis verläuft, machen Sie Fotos von den Hautveränderungen. Sie können auch ein Patiententagebuch führen und regelmäßig notieren, wie es Ihnen geht und was sich verändert hat. Ihre Aufzeichnungen können für das Gespräch mit Ihrem Hautarzt nützlich sein.
  • Austausch mit anderen. Sprechen Sie auch mit anderen über Ihre Psoriasis, darüber wie es Ihnen mit der Erkrankung geht und was Sie sich von der Therapie erhoffen. Vielleicht möchten Sie Ihre Gedanken mit einem Menschen teilen, der Ihnen nahesteht, etwa einem Familienmitglied, einem Freund bzw. einer Freundin. Auch die Selbsthilfe – persönlich oder online – bietet Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch. Über die eigene Situation zu sprechen, kann die persönlichen Ziele noch klarer machen.
Während des Arztgesprächs
  • Stellen Sie Ihre Fragen. Stellen Sie die Fragen und sprechen Sie die Themen an, die Sie sich vor dem Arztbesuch notiert haben.
  • Machen Sie sich Notizen. Notieren Sie sich während des Gesprächs, was Sie besprochen haben. So können Sie anschließend alle Informationen noch einmal in Ruhe nachvollziehen.
  • Fragen Sie nach. Scheuen Sie sich nicht, im Gespräch noch einmal nachzufragen, wenn Sie etwas nicht richtig verstanden haben. Das ist wichtig, damit Sie alle Informationen erhalten, die Sie benötigen.
  • Beschreiben Sie, was die Schuppenflechte für Sie bedeutetopen. Teilen Sie Ihrem Hautarzt mit, wie die Schuppenflechte Sie in Ihrem Alltag beeinträchtigt. Das können Schmerzen oder Juckreiz sein, Schlafstörungen, Einschränkungen in der Wahl Ihrer Kleidung oder Scham im Umgang mit anderen Menschen. Sprechen Sie auch psychische Belastungen an, wenn Sie sich z. B. niedergeschlagen fühlen oder die Erkrankung zu Ängsten führt.
  • Definieren Sie Ihr Therapieziel. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, was Sie sich von Ihrer Behandlung erwarten und definieren Sie gemeinsam ein Therapieziel. Wenn Sie Ihre Behandlung begonnen haben, überprüfen Sie bei jedem Arztbesuch zusammen mit ihm, ob Sie Ihr Ziel erreicht haben.
Nach dem Arztgespräch
  • Nehmen Sie es mit der Therapie genau. Sie haben sich gemeinsam mit Ihrem Hautarzt für eine Behandlung entschieden? Schaffen Sie nun die besten Voraussetzungen für den Behandlungserfolg und sorgen Sie für eine gewissenhafte Umsetzung der Therapie. Verändern Sie nichts an Ihrer Behandlung ohne Absprache mit Ihrem Hautarzt.
  • Behalten Sie Ihr Therapieziel im Blick. Machen Sie sich während Ihrer Behandlung immer wieder klar, was Sie erreichen möchten und überprüfen Sie, ob Sie Ihrem Ziel näherkommen. Schreiben Sie auf, wie sich Ihre Psoriasis verändert und wie es Ihnen geht. Ihre Notizen können Sie auch für das nächste Gespräch mit Ihrem Hautarzt nutzen.

Gesprächsleitfaden

Hier finden Sie den interaktiven Gesprächsleitfaden als Unterstützung für Ihr Arztgespräch zum Herunterladen.

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3 — ARZTGESPRÄCH

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Klartext: Psoriasis-Perspektiven

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